Inspirierende Ineffizienz

Mai 11, 2021

Bildschirmaufnahme aus einem digitalen Team-Meeting

von Alfred Köcher Trotz dieser eingeschränkten, abgeschotteten Zeiten sind wir in vielerlei Hinsicht besser vernetzt und effizienter als je zuvor. Unternehmen haben Personal abgebaut, die Produktivität gesteigert, den Output erhöht und zusammengearbeitet - alles von zu Hause aus.

Im kommenden Monat werden die meisten von uns das Pendeln wieder in Kauf nehmen und ins Büro zurückkehren. Trotz eines Jahres der Jagd nach Effizienz und Produktivitätssteigerung sind wir im Begriff, eine grosse Produktivitätsineffizienz wieder willkommen zu heissen. Erinnern Sie sich an die zufälligen Kontakte und die Spontanität? Erinnern Sie sich an die unstrukturierten, geschwätzigen Meetings, die doppelt belegten Besprechungsräume und "Gibt es eine Agenda?".

Das Büro ist in gewisser Weise erschütternd ineffizient. Der Sirenengesang der Produktivität treibt uns normalerweise voran. Wir widerstehen der Ineffizienz. Wir reisen nicht mit dem Pferd von Bern nach Zürich. Wir verschicken unsere Nachrichten nicht mittels Brieftaube.

Und doch gibt es hier eine Sehnsucht nach der Rückkehr zur Ineffizienz, zu einer möglicherweise fehlgeleiteten Romantik des Arbeitsplatzes. Es ist Zeit, zurückzugehen; zurück ins Büro mit seiner soziokulturellen Funktion, zurück zum Zugehörigkeitsgefühl, das man zu Hause allein nicht erreichen kann.

Spontanität, Geselligkeit und Kreativität sind der Sinn und Zweck des neuen Büros. Es ist ein sozialer Anker, sagt die Harvard Business Review. Es erleichtert Verbindungen und fördert ungeplante, innovative Kollaborationen.

Und da die Wirtschaft eine Erholung von den Milliardenkosten der Corona-Pandemie fordert, vermute ich, dass unsere beste Arbeit noch vor uns liegt - im Büro.

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